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Ursula Smid-Grobp Kunstmalerin und Graphikerin

(*27. 9. 1929 in Magdeburg, + 14. August 2000 in Bremen)

Ursula Smid-Grobp studierte in den späten vierziger Jahren auf der Staatlichen Kunstschule zu Bremen. Zunächst war sie als Modedesignerin in einem delmenhorster Atelier tätig. In diesem Rahmen widmete sie sich der kunstgeschichtlichen Bearbeitung von Modeformen. Aus dieser Periode stammt neben zahlreichen Entwürfen von Damenkostümen ein - unveröffentlicht gebliebenes - handillustriertes Werk zur Modegeschichte.

Ende der fünfziger Jahre widmete sie sich hauptberuflich der Malerei. Dabei standen Restaurationsarbeiten und Kopien - im Wesentlichen im Rahmen des Ersatzes kriegsbedingter Verluste in Familiensammlungen - im Vordergrund, wodurch ihre handwerklichen Fertigkeiten ausgereift wurden. In diese Epoche fielen, beeinflusst durch die worpsweder Malerei, kunsthandwerkliche Arbeiten, unter denen Bastteppiche mit Motiven wie einer Deutschlandkarte mit Ansichten von typischen Baudenkmäler wichtiger Städte hervorzuheben sind (im Privatbesitz).

Vom Ende der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts an beginnt die Konzentration Ursula Smid-Grobps auf die Malerei. Sie hat ein umfangreiches œuvre hinterlassen, das seit ihrem Umzug in das Worpswede benachbarte Oberneuland am Beginn der achtziger Jahre auf Ausstellungen im norddeutschen Raum bekannt gemacht worden ist. In den siebziger Jahren sind viele Werke - Portraits, zusehends aber Landschaftsbilder - von Privatleuten erworben worden.

Seit dem Ende der siebziger Jahre findet sich eine starke Konzentration auf Landschaftsgenre wie etwa der "Bachlauf bei Heiligenloh" (datiert mit 1981) repräsentiert. Architekturstücke wie " Mühle und Mühlbach von Heiligenloh " (datiert mit 1982) und "Treppenaufgang Kloster Maulbronn" (datiert mit 1985) stehen zu der landschaftsorientierten Wahl der Themen nicht im Widerspruch, sondern ergänzen und unterstreichen sie.

Die Werke arbeiten mit dem impressionistischen Stilmitteln norddeutscher Malerei. Dramatische Kontraste zwischen einer durch kultivierte Moorlandschaft, Waldungen und ein wie in einer Bühnenbeleuchtung exakt eingesetztem Licht geben der Landschaftsmalerei Ursula Smid-Grobps ihre beunruhigende Note. Die Architekturstudien greifen dies auf, harmonisieren aber die Bedrohungen aus der Natur mit den beschriebenen Artefakten. "Union Square" (1989) leitet eine Hinwendung zu Reiseeindrücken ein; die Szenerie wird belebt und die Stadt als Raum zivilisierter Gemeinschaft behandelt. Anders als in den worpsweder-impressionistisch gefassten Landschaftsbildern gehen die Städtebilder dieser Epoche zu einem geradezu mediterranen Licht über, das bereits in "Treppenaufgang Kloster Maulbronn" angelegt war. Die "Landschaft" (datiert mit 1992) bezeichnet eine Hinwendung zu plakativen, düsteren Farbgebungen. Diese Landschaften entleeren sich wieder.

Die Gemälde sind durch eine sichere Pinselführung gekennzeichnet, die von Verliebtheit in Details - namentlich in den Architekturszenen - bis zu einer altmeisterlichen Abstraktion gekennzeichnet ist.

Die Gemälde Ursula Smid-Grobps befinden sich zum Großteil im Privatbesitz. Eine Auswahl aus dem Bestand von achtzig Gemälden aus den achtziger Jahren ist in der Dauerausstellung der 2009 gegründeten Ursula und Klaus Smid-Stiftung in Kiel in der Ringstrasse 28 der Öffentlichkeit zugänglich.

Den Überblick über Ihre Sammlung sehen Sie hier: Werk Ursula Smid-Grobp